Wölfling Forscht

Wölfling Forscht November 2008 in Oldenburg

„Wölfling forscht“- Die Maus, der Elefant, die Ente und die spannende Welt der Chemie

Langsam war es mal wieder Zeit für eine ordentliche Wölflingsaktion in Niedersachsen. Eine, an der Wölflinge mindestens genau soviel Spaß haben wie die Meutenführer. Und welcher Ort ist angebrachter für eine solche Aktion als das Zentrum Niedersachsens - wenn man es aus Pfadfindersicht betrachtet. Sitz der wunderschönen Landesgeschäftsstelle und dieses Mal auch stolzer Gastgeber eines ganz besonderen Prominenten: Die Maus persönlich erschien und betörte nicht nur durch verführerisches Augenklappern, sondern auch durch ihre äußerst charmante Begleitung. In modisches Blau und schickes Gelb gekleidet fand man an ihrer Seite den kleinen Elefanten und die Ente. Normalerweise tummeln die sich ja bekanntlich in der Fernsehsendung „Die Sendung mit der Maus“. Jetzt tauchten sie am 28. November mehr oder weniger unvermittelt im Schulzentrum Alexanderstraße in Oldenburg auf. Da waren sie natürlich nicht alleine: 120 gelbe und auch ein paar rote Halstücher warteten schon sehnsüchtig. Die Klassenräume, die sich normalerweise am Wochenende von den Schülerhorden, dem Krach und dem Lärm ausruhen können, wurden dieses Mal von Scharen von Wölflingen besetzt. Alle waren zu Ehren der Maus, des Elefanten und der Ente gekommen und diese hatten eine Mission: Sie wollten mit einfachen Experimenten zeigen, was die Welt so zusammenhält und warum die Natur so funktioniert wie sie funktioniert. Eine große Mission. So groß, dass nicht viel Zeit blieb, vor allen Dingen keine Zeit für Langeweile.

Deshalb liefen jetzt also die Wölfinge statt in Kluft in langen weißen Kitteln herum, trugen komische große Brillen und machten nicht weniger seltsame Experimente mit echten Chemikern, die sich normalerweise an der Universität Oldenburg rumtreiben und mit Lehrern, die sich in der Freizeit damit beschäftigen Luftkissenboote oder ähnliches zu bauen.

 Tja, und wie findet man denn jetzt eigentlich heraus, was die Welt zusammenhält? Anscheinend indem man Schleim herstellt, Trauben in Wasser versinken lässt, Salben zusammen mischt und Raketen steigen lässt. Tatsächlich führten all diese seltsamen Experimente dazu, das man auf einmal das verstand, was man vielleicht schon im Chemieunterricht mal gehört, aber noch nie richtig verstanden hat: Was ist eine Emulsion, was eigentlich Dichte und was ist der Unterschied zwischen Säuren und Laugen? Wer jetzt sagt: „ Das ist doch alles total langweilig“, der war bestimmt nicht dabei. Denn hier ging es nicht um trockene Theorie, sondern ums Ausprobieren und ums Machen. So manch einer war erstaunt, was man alles mit ein paar chemischen Geräten und Ingredienzien machen kann und wie schnell es geht eine kleine Rakete zu bauen, die dann auch noch ziemlich hoch fliegen kann.

So ging die Zeit wie im Flug vorbei und als am Abend die große Maus-Show startete, hätte man eigentlich noch stundenlang weiterexperimentieren können. Doch jetzt ging es ja es noch weiter mit neuen Attraktionen. Wie in der echten Maus- Show im Fernsehen gab es ein buntes Gemisch von „Lach- und Sachgeschichten“. Vor allem die Feuer Show mit Marco (wenn er nicht für die Maus arbeitet ein Student) war beeindruckend, faszinierend und wissenswert zugleich. Aber auch die Mitmachgeschichten von dem kleinen Lars, der Film vom kleinen Maulwurf und nicht zuletzt die kleinen Erlebnisse der Maus, der Ente und dem Elefanten sorgten für einen unvergesslichen Abend. Voll von Eindrücken, spannenden Erfahrungen und Wissen, mit dem man durchaus auch mal die Lehrer in der Schule überraschen konnte, gings am nächsten Morgen zurück in die Heimat – auch wenn man es eigentlich noch gar nicht wahrhaben konnte.

So muss man sich nach diesem durchaus erfolgreichen Wochenende ganz herzlich bei denjenigen bedanken, die die Maus tatkräftig unterstützt haben: Frau Dr. Ilka Parchmann, Leiterin des CHEMOL Projekts der Universität Oldenburg, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, kleinen Wissenschaftlern komplizierte Dinge einfach zu erklären, dem NAWI Haus Oldenburg, in dem motivierte Lehrer in ihrer Freizeit spannende Experimente mit Kindern machen und nicht zuletzt Herrn Herold, der ein Horde von Wölfingen in seine Schule gelassen hat.

Bleibt noch die Antwort auf die Frage „was hält denn jetzt die Erde zusammen?“. Ja, wer nicht dabei gewesen ist, der wird es von mir nicht erfahren. Vielleicht fragt ihr einfach mal die Maus.